Wenn der Tag leiser wird…
Wenn der Tag leiser wird…
Elias K. Norden – Korrespondenzen mit Peter Schmitz
Im Spannungsfeld zwischen Fotografie und Sprache entfaltet sich eine leise Zwiesprache über Licht, Zeit und Wahrnehmung. Peter Schmitz richtet den Blick nicht auf das Spektakuläre des Sonnenuntergangs, sondern auf dessen Verklingen. Gräser treten in den Vordergrund – fragil, bewegt, im Gegenlicht als feine Linien sichtbar. Sie sind mehr als Motiv: Sie werden zu Mittlern zwischen Nähe und Ferne, zwischen Kontur und Auflösung.
Die Sonne erscheint nicht als dominierendes Zentrum, sondern als gedämpfter, fast verhüllter Kreis. Ihr Glühen durchdringt die Halme, ohne sie zu überwältigen. Warme Kupfer- und Orangetöne gehen in kühle Blauschichten über; der Horizont bleibt unbestimmt. In dieser bewussten Zurücknahme entsteht Raum für Wahrnehmung – ein Bild, das weniger zeigt als andeutet.
Im Dialog mit den poetischen Reflexionen von Elias K. Norden entstehen „Korrespondenzen“: Wort und Bild antworten einander, ohne sich festzulegen. Die Fotografie wird zur Frage nach dem Moment zwischen Anwesenheit und Verschwinden. Das Unscharfe erhält Gewicht, das Flüchtige Dauer.
„Wenn der Tag leiser wird“ ist keine Darstellung eines Sonnenuntergangs.
Es ist eine Studie des Übergangs.
Die Arbeiten laden dazu ein, das Sehen zu verlangsamen – und im Vergehen des Lichts eine neue Form von Gegenwart zu entdecken.
